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Stier: R

Aufzeichnung des Unterrichts
Abschnitt R
Kommt 24h nach dem Meeting

Kenncode: x377.e4u!

Bäschlin Eurythmiefigur Konsonant RTaurus, Stier

  • Eurythmie: die Tat
  • Weltanschauung: Rationalismus
  • Skelett: Sieben Halswirbel und Kehlkopf
  • Planet: Venus
  • Element: Erde
  • Laut: R
  • Sinne: Gedankensinn
  • Metall: Kupfer
  • Farbe RS: Orange
  • Farbe WW: Blau
  • WzQ: Eigenverantwortung
  • Pflege: Nähren
  • G-Dur
  • e-Moll

    Abkürzungen, Quellen

Tierkreis

Stier: Wille und Tat

Farbe: Orange, strömend, mächtig

Stier-Gebärde: Der Bereich um Kopf und Hals wird zurückgenommen, dann wird es unten um die Brust und darunter ganz gross. Das wird besonders erlebbar, nachdem man die Gebärde auflöst und dann nach unten spürt.

Eurythmie

Der Laut R

Das "R" ist der einzige Luftlaut!

  • Es ist wichtig, das R so machen, dass es nicht "knarrt". 
  • Die Bewegung sollte auch innerlich luftartig erlebt werden, so als hätte man keine Knochen.
  • Es geht darum, durch die Bewegung das Schwergewordene ins Leichte zu bringen. Durchlichten.
  • Leicht werden, das erreicht man durch langsamer Bewegen

R ist Leichtwerden

  • Wie wird man leicht?
  • Durch Langsamkeit!

Arme getragen von grosser Flügelbewegung.

Eurythmiefigur
  • Bewegung: rot
  • Gefühl: gelb
  • Charakter: grün

Die "abgeknickte" Gestalt der Eurythmiefigur muss man übersetzen: Die Orientierung der "R"-Figur nach hinten oben ist ein Bild. Sie zeigt die Leichtekräfte, die man mit der rollenden Bewegung in sich aufnimmt. Man spürt den Impuls nach hinten oben, aber bleibt dabei aufrecht. Dann zieht sich der untere Bereich angenehm zusammen. Der Bauch kommt zurück. Es fühlt sich an wie wenn man die Zügel in der Hand behält.

Der Impetus des R ist „Nach-Unten“ und zum Körper hin, „Nach-Innen“: Anders als in der Kunsteurythmie, wo der Impuls der Bewegung oft nach oben und aussen gerichtet ist, ist das R in der Heileurythmie nach unten und zu sich selbst hin betont.

Kartenset Din A5: Raffael Verlag
Grossblattausgabe: Verlag am Goetheanum, antiquarisch

 

Heileurythmische Ausführung
wird in den Live-Sessions demonstriert und geübt.

Therapeutische Gesichtspunkte
werden im Kurs gemeinsam erarbeitet.
1. R in Verbindung mit dreiteiligem, eurythmischem Schreiten
  • Dreiteiliges Schreiten: Heben - Tragen - Stellen
  • Verlängertes Tragen in der Luft
  • Storchengang (für Kinder)
  • Mit einem Kreis in der Luft
  • Mit zwei Kreisen in der Luft
 

Leichtigkeit in den Körper und die Seele bringen

  • Die Leichtigkeit beim Zurückkommen ins Beingefühl,
  • und beim Aufsteigen in die Leiblichkeit hineinbringen.

Storchenschritte (für Kinder)

  • Zuerst Riesenschritte machen lassen, ein grosser Halbkreis und dann aufsetzen, stolzieren wie ein grosser Vogel oder Storch.
  • Bild: Dem Storch ist noch unklar, ob er den Schritt wirklich macht. Ein Kreis, dann wieder absetzen.
 
  • Der Strochenschritt übt, das Gleichgewicht zu halten,
  • Erst wenn der Storchen-Schritt beherrscht wird, Übergang ins Kreisen.

2. R mit den Armen während des Gehens

  • Um die Hüften herum ausführen.
  • oder in der Mitte, manchmal sogar oben.
  • Ein tiefes "R" beinhaltet automatisch eine Kniebeuge. Finger weit nach unten, von dort Lichtkräfte nach oben ziehen.
  • Beim hohen R die Kniebeuge bewusst dazunehmen, leicht und lebendig.
 
  • R oben wirkt auf den Stoffwechsel-Gliedmassen-Pol, indem dem den Willensbereich in die Leichte bringt
  • R unten wirkt auf den Nerven-Sinnes-Pol, indem es dieses mit dem Willen verbindet.
  • R in der Mitte wirkt auf das Rhythmische System, z.B. bei Atemproblemen, Nebenhöhlenproblemen und verstopfter Nase

3. R mit Schaukelschritt

  • Grosses R der Arme im unteren Menschen
  • Schaukelschritt vorwärts und rückwärts

Angabe von Rudolf Steiner:

  • Für die Weiterbewegung der Speisen im Darm

4. R nach vorne hinaus

  • Betonung der Hinaus-Bewegung und des Loslassens der Arme
  • Für Menschen die nicht in den Willen kommen
  • Bei depressiven Menschen
  • Die Leber anregend

5. R unten herein

  • Betonung des Zurückkommens und Aufsteigens der Arme
  • Das unten "Hereingehen" betonen, aber ganz leicht, den inneren Raum durchlüften. Das Luftige, Leichte auf den Leib beziehen.
  • Das  begleitende Sprechen des "R" beim Hereinkommen sprechen, und dann luftig aufsteigen lassen.

Wirkung

  • Aufhellung
  • Anregung in der inneren Verdauung

Wahrnehmung

  • Der Leib wird wird spürbar dünner im Bauchbereich, nimmt sich zurück. 
  • Das kann sich anfühlen wie Sprudelwasser.

6. R-Bewegung rückwärts

  • oben zum Körper, unten hinaus
  • im Rückwärtsgehen
  • Bei Logoroe, "Sprachdurchfall"
  • Wenn Leute nicht bei sich sind und ständig reden.

7. R mit den Zehen

  • Locker den Fuss mit Hilfe der Zehen vorwärtsziehen
  • Für die Beweglichkeit am besten ohne Eurythmieschuhe

Den Astralleib anlocken, seine Gestaltungskraft wieder hineinbekommen,

  • Für alte Leute mit verkrampften Zehen.
  • Bei Gefühlsverlust im Fuss und in den Zehen,  um die Zehen wieder zu fühlen.
  • Bei Deformationen, z.B. verhärtet, dicke verformte Zehennägel.
8. R mit den Beinen im Sitzen oder mit Stütze
  • im Sitzen abwechselnd links und rechts grosse "R"-Bewegungen mit den Füssen machen.
  • Im Stehen zur Stütze irgendwo festhalten, die Beinbewegung in einer rollenden Bewegung leicht werden lassen

Für ältere Menschen

  • um es einzuführen im Sitzen
  • um erst die Balance zu üben

In der Heilpädagogik

  • R mit den Beinen, damit die Denktätigkeit angeregt wird.


Indikationen

Übergewicht

  • Bei sehr übergewichtigen Menschen, die aussen schnell warm sind, aber für die Verdauung keine innere Wärme haben:
  • Weit oben beginnen, alles oben machen. Vgl. dazu die Tonheileurythmie-Angaben für solche Menschen.

Verstopfung

  • Reguliert die Darmentleerung (Verstopfung).
  • Bei Durchfall ist "N" anzuwenden
Sprachstörungen
  • Bei Kindern mit schlechter Artikulation (nuscheln)
  • Wenn Artikulation gestört ist, d.h. wenn Sprache oder Sprachorgane deformiert sind beim Kind, sollte man auch R machen. 

Sonstiges

Dauer der Übung für Erwachsene
  • Die Übung ist beendet, wenn die Bewegung "saftig" und erfasst wirkt.
  • Dann zur Ruhe kommen und stehend, mit geschlossenen Augen spüren, wie es nachwirkt.

Texte

Reim für R mit den Fingern und Zehen

In Hamburg lebten zwei Ameisen,
die wollten nach Australien reisen.
Bei Altona auf der Chaussee,
da taten ihnen die Beine weh,

und da verzichteten sie weise
dann auf den letzten Teil der Reise.

So will man oft und kann doch nicht
und leistet dann recht gern Verzicht.

Joachim Ringelnatz

Heileurythmie-Kurs

R

Wenn wir ein R machen - (Fräulein Wolfram), und jetzt bitte ich Sie, so das R zu machen, daß Sie deutlich machen immer so beim Vorwärts-schreiten, wiederum strecken, dann mit dem linken [Bein] so auftreten, strecken [hier führte Rudolf Steiner die Beuge- und Streckbewegung selber vor]. Und während Sie in dieser Weise immerfort mit den ab gebeugten Beinen versuchen, beim Vorwärtsschreiten aufzutreten, versuchen Sie das R zu machen. In dieser Weise müßte das ausgebildet werden. Dieses R, das ist etwas, wenn es also ein paar Minuten mit einem Menschen geübt wird - nur müßte es ja Öfters am Tage dann geübt werden -, etwas, was den Entleerungsrhythmus, wenn er nicht in Ordnung ist, regelt. Das ist also etwas, was direkt auf den Entleerungsrhythmus hinüberwirkt, was den Entleerungsrhythmus regelt.

Es ist auch sonst für das Beobachten der ganzen Dynamik des Menschen wichtig, diese Zusammenhänge, die auf diese Weise zutage treten, ins Auge zu fassen, wenn es auch natürlich durchaus notwendig ist, daß man diese Bewegungen nicht dilettierend ausführt, sondern daß sie durchaus eben, wenn sie ausgeführt werden, sachgemäß ausgeführt werden nach der Diagnose.

Heileurythmiekurs 4. Vortrag, GA 315, Ausgabe 2003, Quelle